ISDN Abschaltung & All-IP Umstellung – aktueller Stand 2019

Die All-IP Umstellung zählt in letzter Zeit zu einem wichtigen Thema, mit dem sich viele Unternehmen beschäftigen.
Seit mehr als 20 Jahren gilt das ISDN-Netz in Deutschland als Standard der Telekommunikation. Mittlerweile wird durch die technischen Fortschritte im Bereich der Telefonie und Datenübertragung über das Internet Protocol (IP) die ISDN-Technologie als veraltet angesehen. Aus diesem Grund hat sich die Deutsche Telekom und andere Anbieter dazu entschieden, ISDN abzuschalten und auf All-IP umzustellen.
Was All-IP ist, was es für Unternehmen bedeutet und wie der aktuelle Stand der Umstellung ist, erfahren Sie im Folgenden.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Abschaltung von ISDN und Umstellung auf All-IP

  • Die Umstellung auf All-IP und die Abschaltung von ISDN sind im vollen Gange
  • Das ISDN-Netz ist mittlerweile veraltet, All-IP bringt viele Vorteile und neue Optionen für Unternehmen
  • Die komplette Umstellung der Deutschen Telekom auf All-IP wird schätzungsweise bis Mitte 2019 dauern
All-IP

Was ist All-IP?

Die All-IP Umstellung meint die Vereinheitlichung aller Übertragungstechniken auf der Basis des Internet Protocols (IP), welches digital und paketvermittelt arbeitet. Das bedeutet, dass alle Technologien und Dienste, wie Business-Telefonie, Fax, etc. nicht mehr über das ISDN-Netz laufen. Stattdessen werden Sprache und Daten über das Internet übertragen. Gerade im Bereich der Telekommunikation geht die Tendenz schon seit Jahren hin zur Internet-Telefonie über Voice over IP (VoIP), da diese viele Vorteile mit sich bringt.
Mit All-IP ist die Abschaltung von ISDN, Integrated Services Digital Network, verbunden. Das digitale Kommunikationsnetz war für lange Zeit der Standard der Telekommunikationsübertragung, doch mittlerweile ist diese Technik veraltet.

Wieso wird auf All-IP umgestellt?

Dass ISDN früher oder später dem IP-Netz weichen wird, war abzusehen. Die Deutsche Telekom, sowie andere Anbieter, gehen mit der Umstellung auf All-IP einen Schritt in die Zukunft. Die All-IP Umstellung hat, kurz gesagt, den Grund, dass die ISDN-Technik veraltet ist und das IP-Netz eine bessere Alternative mit mehr Vorteilen und Funktionen bietet.
Die Umstellung auf ein gemeinsames Netz vermeidet, dass mehrere Technologien nebeneinander existieren. Das hatte bisher zur Folge, dass Gateways eingesetzt wurden, damit die verschiedenen Technologien miteinander kommunizieren konnten – ein Zeit- und Kostenaufwand, der mit All-IP eingespart werden kann.

Was sind die Vorteile der All-IP Umstellung?

Die radikale Abschaffung von ISDN zugunsten von All-IP bringt eine Vielzahl an Vorteilen mit sich und bietet eine zukunftsorientierte Lösung.

Kostenersparnis

Der Wegfall der alten ISDN Technik spart Zeit und Kosten für die Instandhaltung und Wartung ein.
Außerdem ist es für Unternehmen unkomplizierter und preiswerter, alle genutzten Services gebündelt zu beziehen. Dadurch ist es garantiert, dass Unternehmen nur den Service zahlen, den sie auch wirklich brauchen und nutzen.

Einfache Installation

Die Einrichtung von All-IP-Anschlüssen ist im Gegensatz zu analogen oder ISDN Anschlüssen äußerst unkompliziert. Der Router wird einfach an den vom Anbieter bereitgestellten Internetzugang angeschlossen. Die Installation von DSL-Splitter oder NTBA fällt weg.

Mobilität und Flexibilität

Die Umstellung auf All-IP fördert die Mobilität im Unternehmen. Da jeder Mitarbeiter auf verschiedenen Endgeräten weltweit an jedem Internetanschluss über die gleiche Nummer erreichbar ist, können beispielsweise Mitarbeiter im Home-Office oder anderen Unternehmensstandorten problemlos eingebunden werden.

Effizienz und Collaboration

Durch die All-IP Umstellung werden neue Möglichkeit im Unternehmen eröffnet.
Neue Funktionen, wie Unified Communications und Collaboration, Instant Messaging, Präsenz-Anzeige, E-Fax, etc. vereinfachen die interne und externe Zusammenarbeit im Unternehmen und steigern die Effizienz erheblich. Auch die Erreichbarkeit von Mitarbeitern ist höher, da das IP-Netz von allen IP-fähigen Endgeräten erreicht werden kann.

Qualität und Geschwindigkeit

Werden im Zuge der All-IP Umstellung eines Unternehmens auch VoIP-Telefone angeschafft, so kann man mit einer sehr hohen Sprachqualität rechnen, da diese Telefone üblicherweise mit High Definition Voice Technologien ausgestattet sind.
Auch die Geschwindigkeit der Sprach- und Datenübertragung ist ein weiterer Pluspunkt für die All-IP Umstellung. Durch das Abschaffen von ISDN kann die Bandbreite der Übertragung im Unternehmen vergrößert werden, was zur Folge hat, dass mehr Daten zur gleichen Zeit versendet werden können.

Was bedeutet die All-IP Umstellung für Unternehmen?

Für Unternehmen, die noch ISDN nutzen, bedeutet die All-IP Umstellung zunächst, dass diese einen neuen Tarif auf Basis der IP-Technologie auswählen oder den Vertrag bei ihrem derzeitigen Anbieter kündigen müssen.
Momentan sind die meisten laufenden Verträge gekündigt oder werden in naher Zukunft gekündigt – die Umstellung auf All-IP ist für Unternehmen unausweichlich. Der interne Wechsel auf All-IP bringt üblicherweise keinen großen Aufwand mit sich. Im Prinzip müssen Unternehmen darauf achten, dass die vorhandene Internetleitung ausreichend dimensioniert ist, um die VoIP-Telefonie mit bester Sprachqualität zu garantieren. Hierbei ist es hilfreich, am Router QoS, Quality of Service, einzustellen.
Sind IP-fähige Endgeräte im Unternehmen vorhanden, so können diese einfach über das IP-Netz weiter genutzt werden. Ist dies nicht der Fall, so muss das Unternehmen entweder über die Anschaffung IP-fähiger Endgeräte nachdenken oder die vorhandenen Endgeräte durch Adapter an das IP-Netz anschließen.
Viele Unternehmen entscheiden sich im Zuge der All-IP Umstellung für eine virtuelle Telefonanlage aus der Cloud. Diese Art der TK-Anlagen sind unproblematischen und zukunftsorientierten Lösungen.

Was ist der aktuelle Stand 2019?

Das Vorhaben der Deutschen Telekom bis Ende 2018 auf All-IP umzustellen und damit das ISDN-Netz abzuschalten wurde weitestgehend erfüllt. Die meisten Kunden, die einen Anschluss bei der Telekom haben, wurden von dieser mittlerweile über die Alternativen informiert.
Es ist davon auszugehen, dass die komplette Umstellung trotzdem noch bis Mitte 2019 andauern wird, da die All-IP Umstellung mit einem hohen Aufwand für die Anbieter verbunden ist. Nach der Deutschen Telekom fehlt an Anbietern nur noch Vodafone, die die Umstellung für 2022 plant.
Ab diesem Zeitpunkt wird es in Deutschland dann keine funktionierenden leitungsbasierten analogen oder ISDN Telefonanschlüsse mehr geben. Die All-IP Umstellung ist also für Unternehmen unausweichlich und es ist zu empfehlen, den Umstieg lieber früher als später zu planen.