Zuverlässig Faxen über VoIP

Das Ende von ISDN steht mittlerweile im Jahr 2019 fest, doch was wird dann mit dem Fax passieren?
In manchen Unternehmen ist das Faxen ein etablierter und wichtiger Bestandteil im Arbeitsalltag. Auch mit VoIP ist das Faxen mit Ihrem gewohnten Faxgerät möglich.
Was genau beim Faxen eigentlich passiert, was Faxen über ISDN und was dagegen Faxen über IP bedeutet und welche Alternativen es gibt erfahren Sie in diesem Artikel.

  • Mit einem ATA kann das analoge Faxgerät ganz einfach VoIP-fähig gemacht werden
  • Das Faxen über ISDN war ein etablierter und stabiler Prozess
  • Über IP können Probleme beim Faxen entstehen, da das Faxgerät auf analoge Telefonie konzipiert wurde
  • Das E-Fax ist eine zukunftsorientierte Lösung für alle, die sich vom physischen Faxgerät verabschieden können
Faxen-über-VoIP

Wie funktioniert das Faxen über ISDN?

Ein Telefax oder Fax – eigentlich Faksimile – wird zwischen zwei Faxgeräten über die Telefonleitung verschickt.
Hierbei wird in das Faxgerät die Faxnummer des Empfängers eingegeben, um den Zielort festzulegen.

Nach der Eingabe der Faxnummer kommunizieren die beiden Faxgeräte miteinander. Der sogenannte „Handshake“ klärt ab, welche Übertragungsgeschwindigkeit, welche Kodierung und welche Komprimierung für beide Faxgeräte möglich ist. Das dauert bis zu 10 Sekunden an und klärt auch Aspekte, wie beispielsweise das Papierformat ab.

Daraufhin wird das zu übertragene Dokument in das Faxgerät eingezogen, mit einem Sensor abgetastet und in elektrische Signale umgewandelt. Die eingelesenen Daten werden weiterhin kodiert, komprimiert und über die Telefonleitung zu dem Empfänger-Faxgerät geleitet. Hier verarbeitet das Faxgerät die elektrischen Signale wieder in ein lesbares Dokument und druckt dieses aus.

Wie funktioniert das Faxen über IP (FoIP)?

Bei der Umstellung eines Unternehmens auf All-IP, kann das gewohnte Faxgerät weiter verwendet werden.
Hier muss das analoge Faxgerät mit einem ATA, einem Analog-Telefon-Adapter an die Telefonanlage angeschlossen werden. Es wird damit VoIP-fähig gemacht.
Das Faxen über IP (FoIP) unterscheidet sich in der Übertragungsart von dem Faxen über ISDN. Hier werden die Informationen über das Internet Protocol versendet und dabei in Pakete verpackt und beim Empfänger wieder entpackt.

Welche Probleme können beim Faxen über IP auftreten?

Das Fax war bei seiner Erfindung für die Verwendung an einem analogen Anschluss konzipiert, während Voice over IP auf die Übertragung von Sprache ausgelegt ist.
Bei der Übertragung der Datenpakete über IP ist eine gewisse Verlustrate normal. Dies ist bei einem normalen Telefonat nicht merkbar, da das menschliche Ohr bis zu 5% Verluste nicht wahrnimmt.
Das Übertragen von Faxdokumenten über IP mit den Codecs, die für die Sprache optimiert sind, kann hier zu Problemen führen, die in der Unleserlichkeit des Dokuments oder einem Verbindungsabbruch des Faxvorgangs enden können.

Was muss man beim Faxen über IP beachten?

Es gibt hauptsächlich drei Aspekte, die beim Faxen über IP beachtet werden müssen, sodass die Fehlerquote so niedrig wie möglich bleibt.
Gerade beim Echtzeitprotokoll T.38 müssen allerdings alle Geräte – auch die des Empfängers – dieses unterstützen. Durch die All-IP Umstellung wird die Fehlerrate also eher steigen als sinken, da viele Unternehmen nicht auf die richtige Infrastruktur ihres Faxgerätes achten.

Das Echtzeitprotokoll T.38

Die Lösung der meisten Probleme beim Faxen über IP stellt das Einsetzen des Echtzeitprotokolls T.38 dar, welches die Faxe ohne Verzögerung überträgt.
Dieses stabilisiert die Übertragung und erzielt eine weitaus höhere Erfolgsquote beim Faxen, als es ohne T.38 möglich wäre.
Das Protokoll muss dabei vom Faxadapter und vom VoIP-Anbieter unterstützt werden. Um eine fehlerfreie Übertragung zu garantieren, muss auch die Infrastruktur des Empfängers T.38 unterstützen.
Das Echtzeitprotokoll T.38 wandelt das Faxdokument in ein Bild um und überträgt dieses in ein analoges Faxsignal. So werden die Faxdaten direkt über das Internet Protocol übertragen, ohne die Konvertierung in Töne, was das Risiko von Datenverlusten reduziert.

Reduktion der Übertragungsrate

Neben dem T.38 Protokoll kann man außerdem die Übertragungsrate am Fax auf 9.600 Baud reduzieren.
Das lässt die Übertragung langsamer und damit stabiler ablaufen.

Error Correction Mode (ECM)

Mit dem Error Correction Mode werden die zu übertragenen Daten in nummerierte Blöcke (Frames) unterteilt.
Die Übertragung wird von den Faxgeräten überprüft und bei Übertragungsfehlern wird die Wiederholung der Übertragung der fehlerhaften Blöcke gefordert.
Wenn ECM eingeschaltet ist, wird dafür gesorgt, dass das Fax fehlerfrei bei dem Empfänger ankommt.

Beim Faxen über IP sollte ECM allerdings ausgeschaltet sein.
Da bei VoIP wie gesagt Paketverluste üblich sind, werden bei FoIP mit aktiviertem ECM immer Fehler zurückgemeldet und die Übertragung wird dadurch im Endeffekt nicht stattfinden.

Alternative E-Fax

Die Erfolgsquote des Fax von nahezu 100%, wie es im ISDN-Netz üblich war, ist mit VoIP im Alltag oft nicht erreichbar.
Das liegt daran, dass die veraltete Technik des Fax nicht mit der Infrastruktur des IP-Netzes vereinbar ist.
Will ein Unternehmen weiterhin das analoge Faxgerät beibehalten, ist die Anbindung an das VoIP-Netz einfach möglich.
Allerdings stellt sich die Frage, wie sinnvoll es ist, weiterhin auf diese Art und Weise zu Faxen, wenn die Fehlerrate in Zukunft steigt.

Eine Alternative zum physisch vorhandenen, analogen Faxgerät ist das E-Fax.
Das elektronische Fax ist eine zeitgemäße Option und ermöglicht Faxempfang und -versand.
Die elektronischen Faxe liegen dann digital per Mail vor und Sie entscheiden, ob das Dokument in Papierform gebraucht wird oder nicht. Alle Details zum E-Fax erhalten Sie hier.